Dr. Boeger • Dr. Hoppe

Hilfe bei zahnärztlichen Notfällen

Sie befinden sich akut in einem zahnärztlichen Notfall? Sie haben sich aber noch nicht auf den Weg zum zahnärztlichen Notdienst gemacht? Sie zögern vielleicht, weil Sie noch nicht wissen, wie dringlich ihr Problem ist. Oder Sie möchten erstmal wissen, was Sie notfalls zuallererst selbst unternehmen können? Dann haben wir für Sie nachfolgend einige Verhaltenstipps zusammengestellt.

Angst vorm Zahnarzt

Vielleicht haben Sie aber auch Angst vor einer meist überfälligen zahnärztlichen Behandlung. Zahnärztliche Angstpatienten haben meist nicht nur akute Schmerzen durch Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Sie befinden sich auch in einer doppelten Notlage, da sie zugleich unter ihrer Zahnarztangst leiden. Aus über 30 Jahren Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit Zahnarztangst hat sich unsere Praxis besonders auf diese Zielgruppe eingestellt. In unserem Internet-Ratgeber und gleich hier auf unserer Seite „Angstpatienten“ finden Sie als Angstpatient unsere Erfahrungen zusammengefasst mit vielen Hinweisen und hilfreichen Tipps für Dentalphobiker. Trotzdem gilt natürlich auch für Patienten mit akuter Angst vorm Zahnarzt bzw. vor Zahnbehandlung: Suchen Sie möglichst bald einen Zahnarzt auf und sprechen Sie dabei bitte gleich offen an, dass Sie an Zahnbehandlungsangst leiden.

Im Zahnnotfall helfen zahnärztliche Notdienste

90 Prozent aller Zahnunfälle und Zahn-Notfälle passieren am Wochenende, an Feiertagen oder abends bzw. nachts, also immer dann, wenn alle Zahnarztpraxen bereits geschlossen haben. Für sie gibt es fast flächendeckend in Deutschland zahnärztliche Notdienste.

Für einen Zahnnotfall außerhalb der regulären Öffnungszeiten gilt also: Kontaktieren Sie schnellstmöglich einen zahnärztlichen Notdienst.

Für den Fall, dass Sie sich als Besucher unserer Website in der Nähe unserer Praxis, der Praxis für Zahnheilkunde Dr. Christoph Boeger, befinden, – also im Einzugsbereich Korschenbroich, Mönchengladbach, Grevenbroich, Krefeld, Meerbusch, Kaarst, Vorst, Neuss usw. – wählen Sie bitte die hier unten angegebene zahnärztliche Notfall-Rufnummer:

Telefon 01805-986700 (Festnetzpreis 14 ct/min; max. 42 ct/min aus Mobilfunknetzen)

Die hierunter erreichbaren zahnärztlichen Not- und Bereitschaftsdienste werden außerhalb der normalen Praxis-Öffnungszeiten der Zahnärzte geleistet. Nachts, am Wochenende und an allen Feiertagen. Bitte vereinbaren Sie hierüber einen Termin mit dem jeweils Notdienst leistenden Zahnarzt, da die Praxen nicht durchgehend besetzt sind.

Zahnnotfälle – Beschreibung, Verhaltenstipps

Nur für Ihre Erstorientierung als zahnärztlicher Notfallpatient haben wir Ihnen hier unten einige mögliche Fälle und Beschreibungen und auch ein paar möglichst zu beachtende Verhaltenstipps und Regeln zusammengestellt. Es gilt jedoch immer, dass Sie vorrangig schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen sollten.

Schmerzen und Blutungen nach Zahnentfernung oder Wurzelbehandlung

Wenn Ihr Zahnarzt bei Ihnen einen Zahn gezogen, ein Zahnimplantat eingesetzt, eine Wurzelbehandlung durchgeführt oder eine Wurzelspitze entfernt hat, ist damit fast immer ein Wundschmerz verbunden. Meistens hilft Ihnen hierbei schon, dass Sie sich nicht körperlich anstrengen. Vermeiden Sie es zum Beispiel, sich zu tief nach unten zu beugen, zu heben oder Treppen zu steigen. Am Besten, Sie legen sich entspannt auf den Rücken und lagern Ihren Oberkörper und den Kopf bequem hoch. Mit Auflegen eines feuchten kalten Tuchs (kein Eis) lindern Sie diesen normalen Wundschmerz bereits. Eine Schmerztablette ist jetzt durchaus angebracht (z. B. Ibuprofen), jedoch kein Aspirin oder andere Acetylsalicylsäure (ASS) enthaltende Schmerzmittel, da diese das Blut verdünnen und zu Nachblutungen führen können. Bitte nehmen Sie aus denselben Gründen auch mindestens 24 Stunden keinen Alkohol, kein Nikotin oder koffeinhaltige Getränke zu sich.

Dasselbe Verhalten gilt auch bei leichten Blutungen nach oben beschriebenen zahnärztlichen Eingriffen. Leichte Blutungen sind normal und kommen nach circa 20 Minuten zum Stillstand. Sollte die Blutung jedoch nicht stehen bleiben, müssen Sie umgehend einen Zahnarzt aufsuchen. Es kann dann eine Wundheilungsstörung vorliegen, die nur ein Zahnarzt diagnostizieren und behandeln kann. Übrigens: Auch wenn Sie keinerlei Beschwerden haben, kann eine Wundheilungsstörung vorliegen, die nur der Arzt erkennen kann. Sie sollten deshalb unbedingt die vom Arzt angesetzten Nachkontrollen strikt einhalten.

Geschwollene Wange

Eine dicke Backe ist auf keinen Fall eine Kleinigkeit. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Bakterien hier eine akute Infektion verursacht, die sich keinesfalls auf den Organismus ausweiten und weiteres Weichteilgewebe befallen darf, denn damit kann ein unmittelbares Gesundheitsrisiko verbunden sein. Fest steht leider: In den seltensten Fällen verschwindet eine dicke Backe von alleine. Es macht also keinen Sinn, weiter abzuwarten. Sie müssen in jedem Fall rasch zum Zahnarzt, erst recht, wenn Sie bereits Fieber haben und Übelkeit verspüren. Vermeiden Sie auch hierbei jede körperliche Anstrengung. Gehen Sie Sonne und Hitze aus dem Weg. Auf dem Weg zum Zahnarzt kann Ihnen das Auflegen feuchter kalter Umschläge Linderung verschaffen.

Zahn verloren – ganz oder teilweise

Dass ein Zahn ganz oder teilweise ausgeschlagen wird, kommt zum Glück seltener vor. Es passiert überwiegend durch Stürze oder Stöße bei Arbeits-, Freizeit- und Sportunfällen oder auch in Gewaltsituationen. Ist ein Zahn aber einmal in Gänze ausgeschlagen, besteht durchaus die Chance, dass er, vorausgesetzt, er wird fachmännisch eingesetzt, wieder komplett und unversehrt einwächst. Damit er nicht für immer verloren ist, braucht er dafür unbedingt genau die richtige und vor allem eine sofortige Erstversorgung. Zwei Kriterien sind hierfür entscheidend: Zum einen muss der Zeitraum, bis ein Zahnarzt Ihren Zahn wieder einsetzt, möglichst kurz sein. Und zum anderen muss der Zahn richtig angefasst und schnellstmöglich am besten unter der Zunge transportiert werden.

Für die helfende Person:

  • Versorgen Sie den Betroffenen schnellstmöglich. Er wird sicherlich bluten und große Schmerzen haben und muss umgehend zum Arzt. Er sollte sich bequem hinsetzen oder leicht zurücklegen. Ersthilfe kann ein Stück sauberer Stoff sein, auf das der Verletzte vorsichtig beißen kann. Stellen Sie sicher, dass sich jemand um ihn kümmert, während Sie den verlorenen Zahn retten.
  • Fassen Sie den ausgefallenen Zahn keinesfalls an der Wurzel an, sondern nur an seiner Spitze! Nur so ist gewährleistet, dass die wichtige zarte Wurzelhaut nicht unwiederbringlich beschädigt wird. Deshalb dürfen Sie den Zahn auch auf keinen Fall waschen (normales Leitungswasser wäre schädlich) oder irgendwie säubern und ihn auch nicht in ein Taschentuch oder ähnliches einwickeln.
  • Besorgen Sie umgehend eine Zahnbox in der nächstliegenden Apotheke und legen Sie den Zahn schnellstmöglich hinein. Zweite Wahl ist auch eine sterile Kochsalzlösung (Apotheke).
  • Sollte beides nicht beschaffbar sein, können Sie den Zahn alternativ auch in kalter H-Milch transportieren. Vielleicht können Sie die im nächsten Supermarkt besorgen. Der Zahn darf jedenfalls nicht austrocknen. Deshalb muss alles schnell geschehen.

Für heraus gebrochene kleinere oder größere Zahnteile verfahren Sie bitte genauso wie oben beschrieben. Der Zahnarzt wird dann entscheiden, welches Verfahren geeignet ist, den abgebrochenen Zahn ganz oder teilweise wieder herzustellen, oder ob er ihn ganz ersetzen wird.

Leichtes Zahnfleischbluten

Wenn ihr Zahnfleisch gelegentlich einmal schwach blutet, liegt in der Regel kein Notfall vor. Wohl verstanden müssen Sie dieses leichte Bluten aber unterscheiden von weiter oben beschriebenen gefährlichen akuten Blutungen nach Eingriffen oder Unfällen, die sofort behandelt gehören.

Leichtes Zahnfleischbluten tritt oft schon durch mechanische Reizung auf, wenn Sie zum Beispiel eine neue oder andere Zahnbürste benutzen oder damit eine unkontrollierte oder ungewohnte Bewegung machen. Auch die unsachgemäße Benutzung von Zahnseide oder Zahnstochern kann leichte Blutungen nach sich ziehen. Durch zusätzliche Verwendung von medizinischem Mundwasser können Sie eine weitere bakterielle Ausbreitung im Mund vermeiden.

Unbedenkliches leichtes Zahnfleischbluten hält keinesfalls länger an und tritt nicht dauerhaft oder regelmäßig auf.

Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, sollten Sie in jedem Fall einen Zahnarzt aufsuchen, da leichtes Zahnfleischbluten auch auf eine schon länger vorliegende Zahnbettendzündung (Parodontitis; im Volksmund auch Parodontose genannt) hindeuten kann. Diese ist besonders gefährlich, da sie oft lange Zeit schmerzlos bleibt und oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, wenn bereits der gesamte Zahnhalteapparat befallen ist. Die wenigsten wissen leider, dass Parodontitis mit ernsthaften organischen Erkrankungen einhergehen kann. Also: Im Zweifel bitte recht bald einen Zahnarzttermin vereinbaren.

Empfindlichkeit eines Zahnes

Ihr Zahn reagiert empfindlich auf Berührung, Kälte oder Wärme? Das kann jeweils unterschiedliche Ursachen haben, die möglichst sofort behandelt werden sollten.

  • Berührungsempfindlichkeit – Reagiert Ihr Zahn auf den Druck beim Aufbeißen empfindlich, das heißt mit Schmerzen, ist Eile angesagt: Es handelt sich dabei fast immer um eine bereits entzündete Zahnwurzel. Sie können davon ausgehen, dass in kürzester Zeit eine Schwellung einsetzt. Hier gilt also, nicht erst lange abwarten, bis die Schwellung beginnt, sondern ab zum Zahnarzt. Vermeiden Sie jetzt körperliche Anstrengung, setzen Sie sich keiner Hitze aus (keine Sonneneinstrahlung), vermeiden Sie Kaffee, Alkohol, Tee, Cola. Kühlung durch Auflegen eines feuchten kalten Tuches kann lindern.
  • Wärmeempfindlichkeit – Reagiert Ihr Zahn bei heißen Getränken besonders empfindlich, so ist auch hier von einer Wurzelentzündung auszugehen. Ob die Wurzel wirklich entzündet ist, können Sie testen, indem Sie den Zahn mit kühlem Wasser umspülen. Verspüren Sie dabei eine deutliche Linderung, ist die Wurzelentzündung sehr wahrscheinlich. Sie sollten dann sofort zum Zahnarzt gehen. Achtung: Sollte der aufgetretene Kälteschmerz des empfindlichen Zahnes komplett verschwinden, ist dies leider kein Anzeichen für eine Besserung. Im Gegenteil kann dies ein Anzeichen für das Absterben des Zahnnervs sein: Innerhalb weniger Tage und Wochen kann es zu einer starken Vereiterung des Zahnes kommen. Also lieber nicht warten, bevor es ganz dramatisch wird.
  • Kälteempfindlichkeit – Häufig ist ein Zahn, der empfindlich auf Kälte reagiert, entweder von Karies befallen oder eine Füllung ist undicht. Oft verursachen auch freiliegende Zahnhälse den Kälteschmerz. Treten hierbei starke Schmerzen auf, kann man die Zahnhälse bis zur zahnärztlichen Behandlung hilfsweise mit zuckerfreiem Kaugummi abdecken. Auch stressbedingtes, meist unbewusstes Aufeinanderpressen und Reiben der Zähne kann zu Überempfindlichkeit von Zähnen führen.

Zahnersatz, Provisorien, Füllungen

Sollte Ihnen einmal eine Krone, ein Inlay oder eine Brücke heraus gefallen sein, kann dies einfach aufgrund des nicht mehr festen Befestigungszements passiert sein. Aber auch eine darunter entstandene Karies kann diese Lockerung verursacht haben. Bis zur endgültigen Wiederbefestigung durch den Zahnarzt können Sie die heraus gefallene Versorgung unter fließendem Wasser waschen und vorsichtig mit etwas Zahnpasta wieder einsetzen.

Genauso können Sie auch mit einem heraus gefallenen Provisorium verfahren. Sollte das Provisorium gebrochen sein und ein darunter sitzender Zahn temperaturempfindlich reagieren, können Sie den Zahn ebenfalls mit einem zuckerfreien Kaugummi abdecken, bis Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen können.

Natürlich können auch Füllungen manchmal einfach so herausfallen. Verzichten Sie, bis Sie zum Zahnarzt gehen können, auf Kaltes und Süßes, vermeiden Sie auch Reizungen, die durch harte Speisen ausgelöst werden können. Die Gefahr, dass der Zahn dabei bricht, ist besonders dann gegeben, wenn eine große Füllung heraus gefallen ist. Am Besten Sie verschließen auch hierbei die Zahnöffnung durch ein zuckerfreies Kaugummi.

Zuletzt: Reise-Tipp

Sollten Sie in der nächsten Zeit einen längeren Auslandsurlaub planen, so bitten wir Sie herzlich: Suchen Sie zuvor Ihren Zahnarzt auf, um eine Prophylaxe vornehmen zu lassen – selbst, wenn Sie keinerlei Beschwerden im Mund- und Zahnbereich verspüren. Erkundigen Sie sich vor Abreise auch bei Ihrer Krankenversicherung über bestehende Behandlungsmöglichkeiten und Kostenübernahme im Land Ihrer Wahl.